Personal Branding: 5 Fragen an Simone Carstens

Personal Branding: 5 Fragen – 5 Antworten. In unserer Interview-Reihe sprechen wir mit verschiedenen Personen, die Personal Branding bereits sehr smart für sich nutzen. Sie kommen aus unterschiedlichen Branchen und haben unterschiedliche Stufen an Sichtbarkeit.

Auch Simone Carstens hat ihre Erfahrungen mit uns geteilt. Simone ist Geschäftsführerin Operatives Geschäft & Finanzen (COO | CFO) der Deutsche Telekom Privatkunden-Vertrieb GmbH und Mutter von zwei Kindern. Sie ist Beiratsmitglied beim Startup „Mom Hunting“ sowie Mitglied in den Vereinen FidAR Frauen in die Aufsichtsräte e.V., encourageventures e.V. und der Wertekommission – Initiative Werte Bewusste Führung e.V. Simone setzt sich unter anderem für die Themen Diversität, Gleichberechtigung und mehr weibliche Gründerinnen ein. Auf der Business-Plattform LinkedIn etablierte sie den Hashtag #TheSocialCFO und berichtet über ihre verschiedenen Rollen und deren Vereinbarkeit.

Warum und wie hast du angefangen, sichtbar zu werden?

Ich habe Mitte 2021 unmittelbar nach meiner zweiten Elternzeit die Möglichkeit bekommen, bei der Vertriebsgesellschaft der Telekom Geschäftsführerin Finanzen zu werden. Und das Ganze in Teilzeit, was in den meisten Unternehmen heute noch eine absolute Besonderheit ist. Ich hatte das Bedürfnis etwas zurückzugeben und wollte anderen jungen Müttern Mut machen und zeigen, dass Kind und Karriere funktionieren können. Aber auch, was die Herausforderungen dabei sind. Das war mein erstes Thema. 

Mein zweites Thema sind die wunderbaren Kolleginnen und Kollegen in unseren Telekom-Shops und ihre tägliche Arbeit. „Kunden zu Fans“ wird in unserer Organisation gelebt und darüber wollte ich berichten.

Anfangs habe ich mich eher intern vernetzt, später dann auch extern. Ich hätte nie damit gerechnet, dass meine Beiträge mal eine solche Reichweite erreichen würden.

Netzwerken fällt vielen schwer. Welche pragmatischen Tipps hast du?

Einfach machen. Mir ist es am Anfang unheimlich schwer gefallen, bei LinkedIn von mir zu schreiben. Auch Veranstaltungen außerhalb der Arbeit fielen mir schwer, wenn ich dort noch niemanden persönlich kannte. Aber wenn man den ersten Schritt macht und einfach mal loslegt, dann ist das Eis schnell gebrochen. 

Schreibt euch vor einer Veranstaltung beispielsweise auf, wen ihr gerne treffen möchtet und geht dann gezielt auf diese Personen zu und stellt euch einfach vor. Das Gespräch folgt dann meist von ganz alleine.

Was ist deiner Meinung nach wichtiger im Kontext Personal Branding: eigener Content oder an Diskussionen teilnehmen, zum Beispiel unter Beiträgen anderer? Warum?

Das kann ich so pauschal gar nicht beantworten. Ich kommentiere häufig unter Beiträgen aus meinem Netzwerk und mag auch intensive Diskussionen unter meinen Beiträgen. Wenn ich mir die Zeit nehme, einen Beitrag zu lesen, dann kann ich auch ein Like oder einen kurzen Kommentar da lassen. Das ist für mich auch ein Zeichen von Wertschätzung und Empowerment und wäre für mich die 1. Stufe von Sichtbarkeit.

Wenn ich zu einem Beitrag inhaltlich eine neue Perspektive beisteuern kann oder bei einem fachlichen Thema in den Kommentaren helfen kann, dann ist das ja auch schon eigener Content, nur nicht in Form eines Beitrags. Das wäre für mich die 2. Stufe zur eigenen Sichtbarkeit.

Komplett eigene Beiträge haben mich anfangs mehr Überwindung gekostet. Damit kann ich meinen Themen Sichtbarkeit verschaffen und meine Reichweite auch für aus meiner Sicht gesellschaftlich wichtige Themen einsetzen. Eine lebhafte Diskussion unter einem eigenen Beitrag rundet das Ganze dann positiv ab.

Aus meiner Sicht ist also beides wichtig. Eigener Content ist wichtig, um zu zeigen, für welche Themen man steht und was einem wichtig ist. Um mit seiner Community in Kontakt zu bleiben, ist es aber auch wichtig, über den Content der anderen Menschen aus dem eigenen Netzwerk und darüber hinaus in den Austausch zu gehen.

Was macht guten Content von Corporate Influencern aus? Worauf sollte man achten?

Es gibt vermutlich kein Thema, zu dem nicht irgendjemand guten Content produzieren könnte. Häufig beginnt es mit einer Mischung aus Fachwissen und einer großen Leidenschaft für das jeweilige Thema.

Guter Content zeichnet sich meiner Meinung dadurch aus, auch komplexe Themen so „snackable“ zu verpacken, dass auch das Publikum damit etwas anfangen kann, das sich nicht tagtäglich mit den Themen beschäftigt. 

Anstatt eines erhobenen Zeigefingers mag ich humorvollen Content, der die Neugier weckt, sich intensiver mit den Themen zu beschäftigen. Und das Beantworten von Kommentaren sollte aus meiner Sicht selbstverständlich sein.

Was würdest du Menschen an die Hand geben, die aufgrund des Zeitfaktors vor Personal Branding zurückschrecken?

Wenn Menschen aufgrund des Zeitfaktors zögern, Personal Branding zu betreiben, gibt es aus meiner Sicht dennoch einige Schritte, um mit wenig Zeitaufwand loszulegen:

  1. Starte klein: Du musst nicht sofort eine umfassende Personal Brand aufbauen. Beginne mit kleinen Schritten, indem du deine Online-Profile aktualisierst, relevante Inhalte teilst und regelmäßig Beiträge von anderen kommentierst.

  2. Viele kleine Schritte führen auch zum Ziel: Es ist wichtig, dass du anfängst und dass du dran bleibst. Ein Like pro Tag, ein Kommentar pro Woche, ein eigener Beitrag pro Monat – auch mit wenigen, aber regelmäßigen Aktivitäten, kommst du mit wenig Zeitaufwand voran.

  3. Sieh Personal Branding als deinen persönlichen Trailer: Überleg dir, für was du stehen möchtest und womit du in Verbindung gebracht werden möchtest. Ich sehe Personal Branding wie einen Trailer zu einem Film, der spannende Ausschnitte zeigt und Lust auf ein persönliches Kennenlernen macht. Im besten Fall ist der persönliche Kontakt dann noch viel besser.

Personal Branding erfordert nicht zwangsläufig eine massive Zeitinvestition. Mit einer klaren Strategie und dem gezielten Einsatz von Ressourcen kannst du schrittweise an deiner Marke arbeiten, ohne überwältigt zu werden.

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