Personal Branding - 5 Fragen an Santosh Wadwa

Personal Branding: 5 Fragen – 5 Antworten. In unserer Interview-Reihe sprechen wir mit verschiedenen Personen, die Personal Branding bereits sehr smart für sich nutzen. Sie kommen aus unterschiedlichen Branchen und haben unterschiedliche Stufen an Sichtbarkeit. 

Dazu haben wir auch mit Santosh Wadwa gesprochen. Santosh ist Head of Product Channel Sales, Central Europe bei Fujitsu – einem der größten IT-Hersteller weltweit. Er verantwortet seit vielen Jahren einen Großteil des Großkundengeschäfts sowie das komplette Mittelstands- und Channelgeschäft von IT Produkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz und kennt damit die wirtschaftlichen Anforderungen, aber auch die Sorgen und Nöte von Kund:innen und Systemhäusern im Detail. Für Santosh steht immer der Mensch im Mittelpunkt des Tuns. Ein Motto, das er täglich erfolgreich bei Kund:innen, Partner:innen und Mitarbeiter:innen mit Leben füllt.

Hast du dich zu Beginn deiner Sichtbarkeit strategisch mit der Frage auseinandergesetzt, wofür du stehen möchtest?

Ich habe tatsächlich erstmal „einfach so“ angefangen. Es ging mir am Anfang primär um den Ausbau des Brandings von Fujitsu. Deshalb habe ich Beiträge verfasst, kommentiert oder weitergeleitet. Mein persönliches Branding hat sich erst später daraus entwickelt. Als ich gemerkt habe, dass das eine mit dem anderen einhergeht, habe ich begonnen, auch die persönliche Sichtbarkeit weiterzuentwickeln und unsere Fujitsu-eigenen Stärken dazu zu nutzen.  

Wir haben eine starke Marketingabteilung, die gerade im Bereich Social Media einiges anbietet, um Mitarbeiter:innen zu zeigen, wie man sozialen Medien am besten nutzt, welche Themen gerade aktuell sind und in welchen Medien ein Posting Sinn macht.  In diesem Rahmen hat mich das Unternehmen auch zum Corporate Influencer benannt und mir ein sechsmonatiges Training finanziert. Das hat mir noch einmal gut dabei geholfen, professioneller mit dem Thema umzugehen und mich auch auf Schwerpunktthemen festzulegen. In meinem Fall sind das die Themen „New Leadership“ und „Achtsamkeit“ – dafür wurde ich im letzten Jahr auch zum LinkedIn Top Voice ernannt. Und natürlich nicht zu vergessen, die technologischen und innovativen Themen, um Awareness für unser Unternehmen und unsere Lösungen zu schaffen.

Wie hast du angefangen, dir ein Netzwerk aufzubauen (auf LinkedIn und darüber hinaus)?

Man merkt bei den ersten Beiträgen, die man online stellt, welche Berufs- und Zielgruppen darauf anspringen, diese liken und kommentieren. Mit dieser Erfahrung kann man dann beginnen, das eigene Netzwerk auszubauen. 

Mittlerweile bin ich, was mein Netzwerk angeht, schon sehr technologie- und branchennah unterwegs, weil das genau meine Zielgruppe ist. Ich mache mir bei meinen Aktivitäten Gedanken, welche Zielgruppe ich mit welchen Themen ansprechen, begeistern oder zum Nachdenken anregen möchte. Diese Tipps kann ich allen, die verstärkt über Social Media netzwerken möchten, mit auf den Weg geben.

Hast du Tipps für die Interaktion unter Beiträgen anderer? Was macht einen wertvollen Kommentar aus?

Um den Dialog zu fördern, lohnt es sich, die eigenen Posts zu aktuellen Themen zu machen und diese mit einer Abschlussfrage an die Leser-Community zu beenden – das mache ich in den meisten Fällen, wo es passt, auch. In den Kommentaren finde ich es hilfreich, hier und da eine Rückfrage einzubinden, damit der Dialog aufrechterhalten bleibt. Was ich in diesem Kontext sehr wichtig finde: wenn mir jemand eine Frage stellt, gibt es IMMER eine Antwort. Jemanden ins Leere laufen zu lassen, ist unhöflich und verärgert Diskussionsteilnehmer:innen.  

Außerdem hilft es natürlich auch andersherum, Beiträge zu Themen, die einen wirklich interessieren, zu kommentieren. Ich würde zum Beispiel nicht einfach einen Kommentar erfinden, wenn ich nicht dahinterstehe, denn Authentizität steht für mich ganz weit vorne. Meine Community merkt auch, dass gewisse Themen nicht zu mir passen, das verwässert mein Außenbild und würde mich zu einem Teil auch unglaubwürdig machen. Ich nehme nur an Dialogen teil, die mich interessieren und bei denen ich der Meinung bin, dass ich auch halbwegs fundiert mitreden kann.

Wie kommst du auf die Themen, über die du schreibst? Kommen diese spontan oder planst du länger im Voraus?

Meine Themen entstehen spontan im Alltag. Wenn ich neue Impulse bekomme – sei es in den zahlreichen persönlichen Gesprächen, wenn ich etwas lese, einen Vortrag zu Themen halten muss etc. – sammle ich die Ideen in meinen Notizen auf dem Handy. Ich notiere mir kurz das jeweilige Thema und 2-3 Stichpunkte dazu. 

Meinen Sonntagabend nutze ich meistens für die Planung der kommenden Woche, schaue, welche Termine an welchen Orten anstehen. Ich versuche dann schon im Vorfeld 2-3 Posts für die Woche fertig zu machen, weil das im Tagesgeschäft sonst leider oft untergeht. Mit der neuen LinkedIn-Funktion kann ich diese dann auch direkt vorplanen, das ist sehr praktisch. Wenn mal ein anderes, aktuelles Thema dazwischen kommt, das ich gerne posten möchte, schiebe ich den einen oder anderen Beitrag spontan auch mal.

Was sind deine Learnings, wenn es um den Zeitaufwand von Sichtbarkeit geht?

Ich investiere tatsächlich viel Zeit in meine Sichtbarkeit. Ich würde sagen, so ca.  3-4 Stunden jede Woche, in denen ich mir aktiv Gedanken um meine Sichtbarkeit, neue Themen und Beiträge mache.  

Was mache ich darüber hinaus noch? Ich verbringe aktuell fast jede freie Minute in den sozialen Medien – wie viele von uns. Das Smartphone ist heute quasi mein verlängerter Arm und ich bin sehr viel online. Dabei versuche ich auch immer, von anderen zu lernen, zu sehen, wie andere sich präsentieren und welche Wege des Netzwerkens diese einschlagen. 

Ich glaube, es gibt viele Wege, um seine Sichtbarkeit zu erhöhen. Der erste und entscheidende Schritt ist aber, wie bei allen Themen, aktiv zu werden, mit dem Schreiben und Posten zu beginnen und seine eigenen Erfahrungen zu sammeln.

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