Personal Branding: 5 Fragen an Mirjam Mohr

Warum ist Sichtbarkeit heute so wichtig? Wie sieht der Weg in die Sichtbarkeit aus und welche Herausforderungen gibt es? Fragen wie diese besprechen wir in unserer Interviewreihe „Personal Branding: 5 Fragen an…” mit verschiedenen Personen, die den Weg in die Sichtbarkeit bereits angetreten haben. Auch Mirjam Mohr hat ihre Erfahrungen und Tipps mit uns geteilt.

Mirjam verantwortet als Vorständin bei der Interhyp Gruppe derzeit das Privatkundengeschäft mit mehr als 100 Standorten in ganz Deutschland, ab Januar 2024 zusätzlich das Partnergeschäft. Als leidenschaftliche Führungskraft arbeitet sie mit ihren Teams daran, das beste Erlebnis für den Weg ins eigene Zuhause in der Kombination aus schlauer Technologie und menschlicher Nähe zu schaffen, und zwar für Kund:innen und Vermittler:innen. Mirjam engagiert sich insbesondere für die Chancengleichheit der Geschlechter – in der Führung und in der Vermögensbildung.

Warum sollten Führungskräfte und Mitarbeitende heutzutage auf Social Media aktiv und sichtbar sein?

Menschen folgen eher Menschen als einer Marke oder einem Unternehmen, weil Menschen lebendiger, echter und greifbarer sind. Daher ist es für Unternehmen wertvoll, wenn Mitarbeitende keine Scheu vor Social Media haben und als Multiplikator:innen agieren. Das ist ein Vehikel, um ein Unternehmen greifbar und menschlich zu machen. 

Meine eigene Erfahrung zeigt, dass meine authentische und offene Kommunikation auf LinkedIn eine Bindung schafft und das ist eine wichtige Voraussetzung für Vertrauen. Das gilt intern für meine Mitarbeitenden, aber auch extern für Talente, die wir für Interhyp gewinnen möchten, sowie für Kund:innen und andere Marktteilnehmer:innen. 

Ein weiterer persönlicher Vorteil für mich ist der Austausch mit anderen Menschen. Ich bekomme immer wieder neue Ideen, Impulse und auch Input für meine Arbeit als Vorständin und als Führungskraft. Ich lerne spannende Menschen kennen, die mein persönliches Netzwerk bereichern, aber auch unser Netzwerk als Interhyp Gruppe. Daher lohnt sich Social Media aus meiner Sicht sehr.

Wie hast du angefangen, sichtbar zu werden?

Ein Auslöser für mich war ein Workshop Anfang 2022, den wir bei Interhyp gemacht haben. Das Thema: „Der Weg zum ordentlichen LinkedIn Profil”. Nach diesem Workshop habe ich also mein Profil aktualisiert und optimiert und habe dann angefangen, auch auf LinkedIn aktiv zu sein. 

Meine Sichtbarkeit ist für mich eine Art Lernreise, bei der ich viel ausprobiere und Feedback von der Community bekomme. Mir ist es wichtig, Inhalte mit einem Mehrwert für meine Community zu generieren, daher ist dieses Feedback sehr wertvoll. 

Ein besonderes Highlight auf meiner LinkedIn-Reise war die Auszeichnung zur LinkedIn Top Voice im Bereich Finanzen in diesem Jahr. Das war für mich eine tolle Anerkennung und auch Ermutigung, auf meinem Weg weiterzumachen.

Wie kommst du auf die Themen, über die du schreibst? Entstehen deine Beiträge spontan oder planst du länger im Voraus?

Es ist ehrlicherweise so eine bunte Mischung aus ganz vielen Dingen. Auf der einen Seite gibt es natürlich zahlreiche Interhyp Corporate Themen, die ich aufgreife. Wir haben dank unseres Data Science und Analytics Teams viele spannende Daten und weitere Themen, die wir dann im Team mit unserem Kommunikationsbereich aufbereiten und veröffentlichen. Ein Beispiel war kürzlich unsere jährliche Wohntraum-Studie, die immer viele spannende Erkenntnisse hat und die ich dann natürlich auch über meinen persönlichen Kanal begleite. Solche Themen sind dann eher strukturiert, weil ich im Vorfeld weiß, wann die Daten veröffentlicht werden und ich die News teilen kann. 

Dann gibt es aber auch viele spontane Themen aus meinem Alltag als Führungskraft und Vorständin. Ich bekomme Impulse, wenn ich zum Beispiel bei einem Standortbesuch Mitarbeitende treffe oder einen Artikel lese und daraus entstehen dann Ideen für meine nächsten Posts. Ich würde sagen, dass 80% meiner Inhalte spontan entstehen oder mit einem Vorlauf von wenigen Tagen. Natürlich spreche ich auch für das Unternehmen, aber es ist am Ende mein persönlicher Account und es gibt eine gewisse Freiheit innerhalb des Corporate Rahmens, die ich auch gerne nutze, um Dinge auszuprobieren.

Löst deine Sichtbarkeit Dialog aus? Welches Feedback bekommst du?

Was ich immer besonders schön finde, ist dieser „LinkedIn Moment” auf Veranstaltungen, wenn man Menschen, die man bisher nur von LinkedIn kennt, persönlich trifft. Ich bekomme dann oft positives Feedback zu meiner Arbeit auf LinkedIn und besonders auch zu meinem authentischen, lockeren und offenen Kommunikationsstil. Das freut mich natürlich sehr. 

Auch intern bekomme ich oft positive Ermutigungen zu meinen Aktivitäten, zum Beispiel aus dem Kommunikationsbereich. Dort erhalte ich auch mehr und mehr Unterstützung in einer strukturierten Weise, zum Beispiel beim Schreiben von Posts. Dort, wo es sinnvoll ist, schreiben wir meine Posts in Co-Produktion. Das Wichtigste dabei ist, dass es am Ende ein „Mirjam Post” ist, denn es ist mir sehr wichtig, dass meine Inhalte authentisch sind und ich sie wirklich fühle und vertrete.

Was würdest du Menschen an die Hand geben, die aufgrund des Zeitfaktors vor Personal Branding zurückschrecken?

Zeit ist natürlich ein wesentlicher Faktor, denn Sichtbarkeit ist mit Aufwand verbunden. Für mich war der Schlüsselmoment damals dieser LinkedIn Workshop, denn da habe ich mir Gedanken gemacht, zu welchen Themen ich sprechen möchte – neben meiner Kernverantwortung. Das hat mir Klarheit gegeben und die Motivation zu starten. Sich also wirklich damit auseinanderzusetzen, wofür man stehen möchte und warum man sichtbar sein möchte, ist der erste Schritt. 

Mit meiner Community zu interagieren kostet natürlich Zeit, aber ich persönlich bekomme viel zurück und für mich lohnt sich diese Investition sehr. Es ist natürlich auch immer davon abhängig, wie genau man die eigenen Aktivitäten betreibt. Für mich muss es nicht perfekt gestylt und aufbereitet sein. Wenn wir sagen, dass Menschen eher Menschen folgen, dann darf es, finde ich, auch menschlich sein. Und das muss nicht immer zeitintensiv sein.

Es hilft auf jeden Fall, sich eine Routine zu etablieren. Man kann sich ein Ziel setzen, zum Beispiel einmal in der Woche einen Post zu verfassen und so entwickelt sich die Sichtbarkeit über die Zeit. Ich nutze zum Beispiel oft Zeiten, in denen mein Kopf eine Pause braucht oder wenn ich in der U-Bahn sitze und schaue bei LinkedIn rein, um bei anderen Kommentare zu schreiben oder in die Interaktion unter meinen eigenen Posts zu gehen. Impulse aus dem Alltag schreibe ich mir auf und verarbeite sie zu LinkedIn Posts. Das passiert nicht immer sofort, manche Ideen liegen auch mal ein paar Tage in meiner Inbox. 

Am Ende entscheidet jede Person individuell, wie viel Zeit er oder sie in die eigene Sichtbarkeit investieren möchte. Der Schlüssel liegt für mich aber definitiv in der echten und authentischen Kommunikation.

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