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Personal Branding: 5 Fragen an Gitanjali More

Eine Personal Brand kann vielfältige Möglichkeiten eröffnen und Glaubwürdigkeit etablieren. Wir sprechen in unserer Interview-Reihe „Personal Branding: 5 Fragen an…“ mit verschiedenen Personen, die sich in ihrem Themengebiet sichtbar machen, über ihre Erfahrungen, Tipps und Herausforderungen.

Auch Gitanjali More stand uns hierfür Rede und Antwort. Gitanjali ist die Gründerin von The Confused Mother. Anhand von Workshops, Erklärvideos und 1-1 Coachings hilft sie internationalen Müttern in Deutschland, Kind und Karriere in den Griff zu bekommen.

Was sind deine Schwerpunktthemen, mit denen du draußen gesehen und gehört werden möchtest? Warum hast du dich für diese Themen entschieden?

Ich bin eine stolze Feministin und rede viel über soziale Gerechtigkeit in verschiedenen Bereichen. Meine Schwerpunktthemen sind in erster Linie die Herausforderung und das Potenzial von internationalen Fachkräften in Deutschland mit einem Schwerpunkt auf Eltern. Ich kann hier viel von meinen eigenen Erfahrungen berichten, denn als ich nach dem Studium nach Berlin gezogen bin, war die Jobsuche sehr schwierig für mich. Niemand kannte mich und ich kannte niemanden – also habe ich angefangen, auf Netzwerkveranstaltungen zu gehen und mich mit anderen Menschen zu vernetzen.

Ich spreche außerdem über Mütter und ihre Themen, weil ich festgestellt habe, dass darüber immer noch viel zu wenig gesprochen wird. Auch hier berichte ich aus eigener Erfahrung und teile gerne die Erfahrung von anderen Eltern, um die Themen sichtbarer zu machen und andere Eltern zu unterstützen.

Ich habe angefangen, auf Instagram zu diesen Themen zu schreiben, habe meinen Podcast gestartet und Schritt für Schritt daraus meine Business-Idee entwickelt. Mittlerweile habe ich zwei Online-Video-Tutorials erstellt, bei denen ich zeige, wie Eltern Elterngeld, Kindergeld, usw. beantragen können. Außerdem biete ich Wiedereinstiegs- bzw. Orientierungscoaching für internationale Eltern nach der Elternzeit an. Und ich bringe Leute zusammen, um echte Connections aufzubauen.

Netzwerken fällt vielen schwer. Welche pragmatischen Tipps hast du?

Für erfolgreiches Netzwerken sind echtes Interesse und aktives Zuhören unglaublich wichtig. Was erzählt mir die andere Person? Wofür interessiert sie sich? Was braucht sie und wie kann ich vielleicht helfen? 

Für den Anfang ist Smalltalk außerdem wichtig. Viele Menschen halten nicht viel davon, aber ich finde Smalltalk als Basis und sanfter Einstieg für tiefere Gespräche sehr wertvoll. Wenn ich auf eine fremde Person zugehen und sie direkt fragen würde, was ihr Problem ist und wie ich helfen kann, würde sie sich doch vor den Kopf gestoßen fühlen. Um ein Gespräch entspannt zu starten, braucht man Smalltalk – es ist also ein wesentlicher Teil des Netzwerkens. Das ist die Grundlage.

Vielen Menschen fällt es auch schwer, auf Leute zuzugehen und sie wissen nicht, wie sie jemanden ansprechen sollen. Ich sage einfach “Hallo” – das finde ich absolut legitim. “Hallo, ich bin XY. Wer bist du? Was bringt dich her?”. Man muss sich, finde ich, keine super schlauen Opening Lines überlegen, sondern kann Menschen einfach ganz natürlich ansprechen. 

Was mir gerade bei großen Veranstaltungen mit vielen Menschen hilft, ist eine kurze Auszeit zwischendurch. Wenn ihr merkt, dass ihr euch nicht mehr richtig auf Gespräche konzentrieren könnt oder es euch gerade zu viel wird, dann geht kurz raus, nehmt euch ein paar Minuten für euch und kommt dann mit neuer Energie zurück.

Wie gehst du mit kritischen Kommentaren um?

Online wurde ich mit kritischen oder negativen Kommentaren bisher zum Glück wenig konfrontiert. Offline habe ich schon öfter erlebt, dass Menschen meine Arbeit oder sogar mein Aussehen kommentieren. Ich komme aus Indien und in der Kultur ist es nicht unüblich, das Aussehen einer Person zu bewerten. Ich musste schnell eine dicke Haut entwickeln und habe gelernt, mit solchen Aussagen umzugehen. 

Wenn Kommentare sachlich sind, reagiere ich offen und gehe in den Diskurs. Oft kommen dann auch gute Vorschläge oder Ergänzungen zu meinen Themen. Ich versuche kritische Kommentare also in produktive Gespräche umzuwandeln.

Kannst du dich noch daran erinnern, wie lange du an deinem ersten Post gefeilt hast? Wie hat sich das mittlerweile verändert?

Am Anfang hat das schon mehr Zeit in Anspruch genommen, denn ich habe jahrelang nicht wirklich viel geschrieben. Aber Übung macht den Meister. Mittlerweile fällt es mir schon leichter, Ideen zu sammeln und daraus Inhalte zu erstellen. Je länger ich das mache, desto einfacher wird es. 

Durch meine Selbstständigkeit gehe ich mittlerweile auch viel strategischer an meine Inhalte heran. Ich musste mich zum Teil neu positionieren und setze mich für weitere Themen ein. Daher überlege ich mir gut, was ich schreibe und versuche, das etwas besser zu planen. Ich versuche mich auf 2-3 Themenbereiche zu konzentrieren.

Ich nehme mir mittlerweile auch viel Zeit, um zu beobachten, was andere machen. Ich folge vielen Expert:innen und kann von ihnen einiges lernen – zum Beispiel wie sie ihre Posts strukturieren, wie sie schreiben oder ob sie Emojis nutzen. Was mir allerdings schwer fällt, ist, immer auf Aktuelles zu reagieren oder meine Meinung zu äußern.

Was steckt an Aufwand hinter deiner Sichtbarkeit?

Ich habe letztens eine Quartals-Review gemacht und festgestellt, dass ich sehr viel Zeit in Social Media investiert habe. Das war aber auch wichtig, um eine Basis zu schaffen. Wenn Menschen mich googeln, finden sie gute Informationen über mich und können verstehen, für welche Themen ich mich interessiere und einsetze. 

Meine Zeit auf Social Media besteht auch viel aus aktivem Zuhören und dem Interagieren mit anderen. Ich schaue, was andere Menschen schreiben und welche Themen aktuell sind und reagiere auf die Posts von anderen. 

Dazu kommen dann meine eigenen Inhalte. Meine Ideen sammle ich in einem Dokument und dann setze ich mich regelmäßig hin und erstelle daraus Inhalte für Instagram und LinkedIn. Manchmal dauert es auch länger, bis ich die richtigen Worte finde und der Post zu meinem Stil und meiner Persönlichkeit passt. Mit der Zeit wird das einfacher. Ich habe mir auch vorgenommen, meine Social-Media-Zeit etwas zu reduzieren, um mich auf den Aufbau meines Unternehmens zu konzentrieren.

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