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Personal Branding: 5 Fragen an Silke Haas

5 Fragen – 5 Antworten. In unserer Interview-Reihe “Personal Branding: 5 Fragen an…” sprechen wir mit verschiedenen Personen, die Personal Branding bereits sehr smart für sich nutzen. Sie kommen aus unterschiedlichen Branchen und haben unterschiedliche Stufen an Sichtbarkeit.

Dafür haben wir auch mit Silke Haas gesprochen. Silke ist Chefin vom Dienst für die Berliner News & Magazine-Redaktion bei RTL und seit vielen Jahren Profisprecherin für Doku, Telefonie, Werbung, Imagefilm und Synchron.

Was bedeutet Sichtbarkeit für dich?

Wer nicht sichtbar ist, findet nicht statt. Ich finde Sichtbarkeit deshalb sehr wichtig – egal ob man unternehmerisch unterwegs ist oder freiberuflich, so wie ich mit dem Sprechen. Durch LinkedIn bekomme ich Jobs und deswegen mache ich das. 

Ich poste jeden Tag etwas – entweder über meine Sprecherei oder über meinen Hauptjob bei RTL. LinkedIn ist die perfekte Plattform für meine Arbeitsproben, aber auch für meinen Job bei RTL. 

Durch die Sichtbarkeit meiner Kolleg:innen bekomme ich oft wesentlich mehr mit, als ich sonst über unser Intranet erfahren würde. Und ich bin selbst so sichtbar, dass mich nicht nur meine Vorgesetzten kennen, sondern teilweise auch deren Vorgesetzte. Das ist einfach sehr schön, weil man damit sein Netzwerk erweitert und selbst stattfindet.

Wie wichtig ist es, sich im Kontext von Personal Branding ein Netzwerk aufzubauen und dieses zu pflegen?

Die Zeit der Visitenkarten ist auf jeden Fall vorbei. Jeder Person, die ich im beruflichen Kontext treffe oder die ich spannend finde, sende ich bei LinkedIn eine Anfrage zum Vernetzen. Manchmal mit einer persönlichen Nachricht, aber oft auch nicht, weil es natürlich lange dauert. Auch auf Veranstaltungen frage ich: „Bist du bei LinkedIn?“ – oder werde das auch von anderen gefragt. 

Ich ermuntere auch mein Team, sich mit Menschen zu vernetzen und auf LinkedIn präsent zu sein. Man macht sich damit einen Namen und ich finde, das sollte jede:r tun, der bzw. die etwas zu sagen oder spezielle Kenntnisse hat. Ich finde Personal Branding und auch das Netzwerken einfach sehr wichtig.

Hast du Tipps für die Interaktion unter Beiträgen anderer? Was macht einen wertvollen Kommentar aus?

Grundsätzlich kommentiert man ja nur Beiträge, die man spannend findet oder die einen Mehrwert bieten. Daher wäre meine Empfehlung, nicht nur platt etwas dazu zu schreiben, sondern immer auch eine kurze Anekdote oder ein Learning dazu zu teilen – das liefert Mehrwert für andere, die deinen Kommentar sehen.

Ein Kommentar ist immer dann wertvoll, wenn ich sehe, dass sich die Person mit dem Beitrag auseinander gesetzt hat und mich auf neue Gedanken bringt. Ich finde es toll, durch Kommentare noch etwas zu lernen. Mit der Zeit gewinnt man auch treue Kommentartor:innen, die einen begleiten und sich immer gerne an Diskussionen beteiligen.

Aus Kommentaren entstehen ganz oft ja auch neue Posts. Das habe ich auch schon ganz oft erlebt. Ein Beitrag, der mich beeindruckt, den greife ich dann gerne in meinem eigenen Beitrag auch noch einmal auf.

Wie kommst du auf die Themen, über die du bei LinkedIn schreibst?

Storytelling liegt Journalist:innen im Blut. Ich habe lustigerweise schon immer im Kopf, was ich morgen, übermorgen, nächste Woche schreiben möchte. Meine Themen sind oft natürlich auch durch die Veröffentlichungstermine meiner besprochenen Werke bedingt. Aber auch sonst macht es einfach Spaß, dass man ganz viele bunte Facetten von sich zeigen kann. 

Meine Themen ergeben sich oft auch aus Situationen. Mein lustigster Post letztes Jahr war zum Beispiel über die Situation, als ich zur Bundespressekonferenz komme und das gleiche Kleid trage wie Ramona Pop, die Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. Wir haben ein Selfie gemacht und daraus wurde eine Geschichte. Manchmal finde ich es auch gut, ein bisschen Aufregung zu zeigen, wenn mal was nicht geklappt hat. Auf LinkedIn sind so viele Erfolgsgeschichten, manchmal nervt das fast schon ein bisschen. Warum nicht einfach mal posten, wenn etwas mal nicht geklappt hat oder man einfach auch einmal gescheitert ist?

Was ich noch wichtig finde: Ich mache für meine Beiträge nicht nur gerne Fotos, sondern auch Videos. Ich kann natürlich auch gut in die Kamera sprechen, aber ich kann nur jede:n ermuntern, sich zu überwinden und einfach auch einmal Videos von sich zu machen. Je mehr man das macht, desto mehr gewöhnt man sich daran und es macht einfach unglaublich nahbar. Bei Menschen, die viele Videos posten, hat man irgendwann das Gefühl, man kennt sie persönlich. Aber falls man sich an Videos noch nicht herangetraut, sollte ein Foto bei LinkedIn auf jeden Fall immer dabei sein.

Wie viel Zeit investierst du in deine Personal Branding Aktivitäten?

Ich poste fast jeden Tag und ein Post dauert bei mir in der Regel 5 bis 10 Minuten.

Ich empfehle auch wirklich, einmal die Zeit und das Geld zu investieren, um schöne Fotos zu machen. Immer eine ähnliche Vorlage zu nutzen und eine ähnliche Schrift ist auch super für die eigene Brand Identity. 

Zu meinen eigenen Posts kommt dann noch das Lesen und Kommentieren von anderen Posts. Aber das nehme ich mir nicht fest vor. Viele Leute schreiben sich das in ihren Terminkalender – das könnte ich nicht. Ich mache das meistens, wenn es gerade passt, zum Beispiel in der Bahn oder wenn ich gerade Zeit und Lust habe.

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